
Bibel als Leitlinie unbrauchbar - Buggle belegt anhand zahlloser Textstellen, dass die Bibel als Grundlage für heutiges ethischen Handeln gänzlich unbrauchbar ist, ja in höchstem Maße sozialschädlich, würde sie von den Gläubigen tatsächlich ernstgenommen: der biblische Gott, auf den die drei Großreligionen Judentum, Christentum und Islam abstellen, ist ungerecht, gewalttätig, rachsüchtig, kriegslüstern, blutrünstig, frauenfeindlich...usw.usf. Als ethisches Leitbild hat er längst ausgedient (sollte er jemals als solches gedient haben).Buggles Buch geht aber über reine Bibelkritik hinaus. Er weist akribisch ausgefaltet die intellektuelle Unredlichkeit heutiger Kirchenfürsten und ihrer Statthalter auf den theologischen Universitätslehrstühlen nach. Selbst Küng wird als intellektuell unredlicher Schwätzer entlarvt.Ein ausgezeichnetes Buch, unabdingbar als Ergänzung zu Deschner.
Kritik an der Bibelgläubigkeit - Ich gebe diesem Buch die volle Punktezahl, obwohl ich den Stil kritisiere, z.B. die vielen Doppelungen (inkonsequent widersprüchlich, grausam und inhuman, unendlich lange und ewig, dialektisch-alternativ, phylogenetisch-biologisch), die vielen Wiederholungen (hochselektiv, Professor = Bekenner, inhuman-archaisch, extrem) und die vielen Superlative (extremst [!], orthodoxest, ungehindertst, weitestgehend, wo orthodox, ungehindert und weitgehend ausgereicht hätten). Kurz: dem Text hätten Streichungen gut getan, nicht nur einzelner Wörter, sondern ganzer Passagen, die sich wiederholen. Aber der Leser fühlt, dass Doppelungen, Wiederholungen und Superlative aus dem Bedürfnis quellen, den Skandal der Heiligen Schrift engagiert, ja wütend herauszustellen. Trotzdem, ein prägnanter Stil hätte mich mehr beeindruckt, mehr überzeugt wäre falsch, denn Buggle rennt bei mir offene Türen ein, weil ich durch die Lektüre der Bibel selbst vom Glauben abgefallen bin. Die meisten in seinem Buch niedergelegten Erkenntnisse dienen mir als Bestätigung dessen, was ich schon zu wissen meinte. Für einen viel jüngeren Menschen als mich hingegen dürfte die Lektüre des Aufklärungsbuches sehr nützlich sein. In einer Sache urteile ich nachsichtiger als Buggle, nämlich im Hinblick auf Jesu Kreuzestod, den der Autor nur für inhuman-archaisch hält. Alle Weltreligionen lehren die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Der Buddhismus, eine atheistische Religion (Religion, auch Ethik, sind nicht abhängig vom Gottesbegriff), tröstet seine Anhänger mit der Möglichkeit, sich aus eigener Kraft zu retten, die anderen spekulieren auf einen Erlöser. Mich fasziniert der Gedanke (den das Christentum nahelegt), dass ein Gott nicht nur andere opfert (wie in so vielen Mythen), sondern sich selbst. Das Inhuman-Archaische, das Buggle kritisiert, besteht darin, dass ein Vater seinen Sohn schlachtet. Aber durch die Ineinssetzung des Vaters mit dem Sohne ergibt sich die Lesart: Gott opfert sich selbst. Ein Machthaber opfert nicht sein Volk (wie oft in der Geschichte), sondern er opfert sich selbst, um sein Volk zu retten. Dieser Gedanke ist so schlecht nicht. Buggle müsste ihn eigentlich genießen: Gott opfert sich, er stirbt und erlöst die Menschheit vom Gotteswahn und anderen Übeln.
Von Menschen selbst erschaffen: der archaisch-grausame Vater-Gott - Die meisten Rezensenten sind schon weitestgehend auf den Inhalt des Buches eingegangen, so daß hier nur noch etwas Wesentliches herausgestellt sei: Man kann Buggle nicht in die Ecke der nihilistischen Atheisten drängen, denn sein Buch präsentiert kein atheistisches Antiglaubensbekenntnis und auch keine generelle Verneinung einer wie auch immer beschaffenen Religiosität. Man lese den Titel noch einmal Wort für Wort : Es geht ihm einzig und allein um das Christentum und seine Heilige Schrift - die Bibel. Als Wissenschaftler und Psychologe, der sich mit den tiefen seelischen Nöten der Menschheit allgemein und des einzelnen Menschen im Besonderen beschäftigt und auseinandersetzt, geht er auf die Suche, wo bereits schon im frühesten Kindheitsalter verbiegende Manipulationen, Erziehungsfehler und -schwächen als fast unausrottbar tiefgehende Störfaktoren sichtbar werden, die psychische Erkrankungen hervorrufen und nicht durch Leugnung und Verdrängung der Ursachen gebessert oder gar geheilt werden können.... und er wird fündig: das archaisch-inhumane Vatergott-Bild des Christentums, das das Alte und Neue Testament gleichermaßen wie ein Leitfaden durchzieht. Ein Gott - allmächtig einerseits u n d gütig und liebend andererseits - der sich aber durch die furchtbarsten Kriegsbefehle,Gräueltaten, Vernichtungen, Verletzungen, Peinigungen, Genozide bis hin zur von ihm gewollten unmenschlich - grausamen Aufopferung seines göttlichen Sohnes durch die menschenverachtende Hinrichtung am Kreuz auszeichnet. Der Widerspruch wird klar: ist dieser Gott gütig und liebend, dann kann er das nicht wollen, hat aber demzufolge die Allmacht nicht, diese Gräuel abzustellen. Ist er allmächtig, dann könnte er sie abstellen, tut es aber nicht, weil er eben kein gütiger und liebender Gott ist. Fazit: allmächtig u n d gütig und liebend kann dieser Gott wohl nicht sein. Daß eine leider nicht ganz kleine Anzahl heutiger Natur- und Geisteswissenschaftler in Deutschland - teilweise auch aus Karrieregründen und sozial begründetem Opportunismus - intellektuell so unredlich sein kann, verschleiernde Dialektik zu Gunsten dieser ethisch vollkommen ungeeigneten, alles andere als heiligen Bibel anzuwenden, sie entweder wider besseren Wissens oder aus Ignoranz zu verteidigen, ist eine geistige Bankrott-Erklärung, die ein Intellektueller wegen seiner Vorbildfunktion redlicherweise nicht so einfach hinnehmen sollte. Denn stillschweigende Akzeptanz und Obrigkeitshörigkeit waren schon immer der Nährboden für gesellschaftspolitische Fehlentwicklungen mit den allseits bekannten Folgen.Nur Kritik - keine Alternative? Nur der Christen-Gott oder Nihilismus? Keineswegs!Buggle zeigt am Ende seines Buches (S.423 ff) auf: Vier Kriterien, denen jedes wirklich neue religiöse Paradigma genügen müßte, um auch für heutige aufgeklärt-wissende Menschen akzeptierbar zu sein. Hierin liegt auch der wesentliche Unterschied seiner Streitschrift zu vielen sonstigen Geistern, die stets nur immer verneinen.Die absolut Bibelkonformen, die sich sowieso nicht abbringen lassen von ihrer Meinung, brauchen das Buch nicht zu lesen, denn die Unveränderbaren wird es nicht verändern. Um Nietzsche zu zitieren: An Unheilbaren soll man nicht Arzt sein wollen ( Zarathustra) Für alle anderen: eine klare Kaufempfehlung.
Dieses Buch zwangt zum Nachlesen und Nachdenken - Zum Buch selbst gibt es viel zu sagen, was aber durch andere Rezensenten weitgehend erledigt wurde. Meiner Meinung ist das Buch mehr als gelungen. Es ist auch einigermaßen gut lesbar.Faszinierend fand ich zu erkennen, wie einfach manche Tricks sind, mit denen die Wahrheit der biblichen Aussagen verteidigt wird, und dass sie dennoch von vielen (auch von mir) nicht durchschaut werden. Besonders ist hier die (unbestreitbare) grundsätzliche Unwiderlegbarkeit der Exsistenz eines oder mehrerer göttlicher Wesen zu nennen. Diese wahre Aussage mit der Unwiderlegbarkeit des christlichen Gottes (oder Jahwes oder Allahs) gleichzusetzen, dessen innere Widersprücklichkeit so klar auf der Hand liegt, ist (sobald man ihn als solchen erkannt hat) ein billiger aber dennoch sehr wirkungsmächtiger Trick.Ich möchte vor allem ein Wort zu negativen Rezensionen des Buches verlieren. Fast jeder der Rezensenten, die das Buch extrem negativ beurteilten, hat sich über die Nichtberücksichtigung des historischen Kontextes der Bibel, der Beziehungen zwischen den Völkern im alten Israel beklagt, manche gar über Nichtberücksichtigung der Übersetzungsfehler u.ä. Selten habe ich so abwegige und letzlich hilflose Argumentationsmuster gelesen (obwohl ich als Anwalt einiges gewöhnt bin). Sehen wir sogar davon ab, dass der Autor explizit erklärt und begründet, wieso er den historischen Kontext, die Fragen der Echtheit oder der Richtigkeit der Übertragung unberücksichtigt lässt. Bemühen wir den gesunden Menschenverstand: Die Bibel ist ein Buch das für sich Heiligkeit und vor allem Geltung auch für die Gegenwart beansprucht, und zwar in der Form und mit dem Inhalt, wie es zur Zeit gedruckt wird. Die Tatsache, dass ein Buch, das von einem allmächtigen und allwissenden Wesen oder unter Eingebung eines solchen Wesens verfasst wurde, um noch in Tausenden von Jahren als Handlungsleitfaden zu wirken, nur im historischem Kontext der Entstehungszeit verständlich sein soll(und daher nur unter Berücksichtigung dieses Kontextes kritisierbar ist), ist ein Armutszeugnis für die Formulierungskünste des Verfassers. Dass in einer Schrift, deren genaue Befolgung oder Nichtbefolgung über die Frage ewiges Leben oder ewige Verdamnis entscheidet, gar Übersetzungsfehler vorkommen können, ist ein Skandal, das auf die Güte Gottes mehr als ein Schatten wirft.Die Fragen des historischen Kontextes, der Echtheit der einzelnen Passagen der Richtigkeit der Übersetzung sind auch für mich sehr interessant, dies sind aber historische oder phililogische und keine theologischen Fragen. Denn wenn man, um eine heilige Schrift zu verstehen, die für hier und jetzt Geltung beansprucht, den hinstorischen Kontext ihrer Entstehung zu brauchen meint, hat man sich just damit von jeglicher Urheberschaft eines höheren Wesens für dieses Werk verabschiedet. Denn ein allmächtiges Wesen hätte wohl mit Leichtigkeit eine Sprache und Regelungen gefunden, die unabhängig von dem jeweiligen historischen Kontext, verständlich und nachvollziebar sind, vor allem wenn dieses Wesen die von ihm Unterwiesenen liebt.
Ganz einfach wahr! - Ganz einfach wahr! Die Bibel mit diesem Buch vergleichen.Da gehen einem die Augen auf.